Ego State Therapie

Die Ego State Therapie (EST) ist ein psychotherapeutischer Ansatz der bei verschiedenen Störungs- und Krankheitsbildern Anwendung findet. Hierzu zählen zum Beispiel: Angst, Zwang, Schmerzen, Belastungsstörungen, posttraumatischer Stress, dissoziative Erkrankungen. 

Psychoanalyse und Hypnosetherapie

Die Ego State Therapie wurde in den 80er Jahren aus der Traumatherapie entwickelt. Somit ist die EST ein noch relativ junger psychotherapeutischer Ansatz. Als solches stellt sie einen eigenen psychotherapeutischen Ansatz dar. Die Wurzeln der EST finden sich in der Psychoanalyse, der Hypnosetherapie sowie dem Wissen über dissoziative Störungen. Im Grunde ist die Ego State Therapie somit eine sehr effiziente und konsequente Weiterführung hypnoanalytischer Konzepte. 

Dabei folgt die EST ebenso wie die tiefenpsychologische Psychotherapie der Annahme, dass die Ursache eines heutigen Symptoms, in der Vergangenheit liegt. 

Ego States und Persönlichkeit

In Rahmen des Ego State Modells wird davon ausgegangen, dass die Persönlichkeit aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen besteht. Ein solcher Persönlichkeitsanteil wird als Ego State bezeichnet. Diese Ego States oder Persönlichkeitsanteile entstehen im Laufe unserer Entwicklung in verschiedenen Situationen. Dabei entwickeln sich mitunter sehr ressourcenreiche, also unterstützende States und ebenso einschränkende, belastende oder verletzende Ego States. In der Ego State Therapie wird dabei direkt mit den jeweiligen States die für entsprechendes (z.B. Stress, Schmerzen, Angst) Erleben zuständig sind gearbeitet. Vereinfacht könnte man sagen, dass direkt mit dem jeweiligen Symptom  gearbeitet wird.

Ego State Therapie ist effizient

Besonders Vorteilhaft ist die EST deshalb weil Sie unserem menschlichen Denken, Fühlen und Erleben entspricht. So erleben wir uns niemals gänzlich als eine Einheit. Vielmehr erleben wir verschiedene Bestrebungen (Ego States) in uns. Dies fängt schon in normalen, mehr oder weniger gesunden Lebensbereichen an. Zum Beispiel erlebe ich einerseits, den Wunsch zu rauchen, andererseits den Wunsch gesund zu bleiben. Oder ich erlebe einerseits die Lust eine tolle Party zu feiern und andererseits das schlechte Gewissen am anderen Morgen, wenn ich früh aufstehen muss. Solche Bestrebungen können im Rahmen der EST als Ego States aufgefasst werden. 

Das oberste Ziel der EST ist ein ausgeglichenes inneres System. Ein solches inneres Erleben führt uns nicht nur in Kontakt mit unseren Stärken, sondern auch zu Ausgeglichenheit und Zuversicht. Im Rahmen der Traumatherapie könnte man somit auch davon sprechen, wieder ganz zu werden.